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Schimmel – ein nützlicher Krankmacher |
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Geschrieben von Andreas Mettler
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Tuesday, 31. March 2009 |
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Wer feuchten Wänden und Schimmelbildung nicht zeitig entgegen wirkt muss mit gesundheitlichen Problemen rechnen.
Viele Menschen denken bei dem Begriff „Pilze“ an Champignons, Pfifferlinge oder Steinpilze, vielleicht auch noch an Fliegenpilze. Es gibt aber eine große Gruppe von Pilzen, die uns – meist unsichtbar – ständig und überall umgibt. Gemeint sind die Schimmelpilze, meist einfach nur als „Schimmel“ bezeichnet. Wie alle Pilze vermehren sie sich durch Sporen (kleine Kügelchen, die sich über die Luft verbreiten und aus denen neue Pilze werden) und breiten sich in Form dünner Fadengeflechte aus. So wie der essbare Kopf eines Champignons nur der oberirdisch sichtbare Fruchtkörper ist, von dem aus sich die Pilzfäden durchs Erdreich ziehen, so ist auch der bunte Pelz auf verdorbenem Brot nur der an der Oberfläche sichtbare Teil des Schimmels. Es ist daher dringend davon abzuraten, diesen sichtbaren Teil abzuschneiden und den Rest des Brotes (mit den darin verborgenen Schimmelfäden) zu essen. Denn Schimmel ist ungesund, giftig, kann bei wiederholtem Verzehr sogar tödlich sein. Angeschimmeltes Brot gehört daher im Ganzen in die Mülltonne. Auch die Sporen von Schimmelpilzen sind gefährlich, können zumindest in großer Konzentration schwere allergische Reaktionen ausüben. (In kleinen Konzentrationen sind sie nicht schädlich, denn sie sind sowieso praktisch jederzeit in unserer Atemluft enthalten.) Haben sich daher in feuchten Kellern oder anderen Räumen Schimmelpilze im Mauerwerk festgesetzt, kommt man oft um eine Mauertrockenlegung beziehungsweise eine Feuchtesanierung nicht herum – anderenfalls kann sogar ein Abriss des Gebäudes notwendig werden. Aber bei all dem sollte nicht vergessen werden, dass Schimmel auch positive Seiten hat. Manche Schimmelarten werden vom Menschen ganz gezielt genutzt. So wird etwa aus einer bestimmten Art das Penicillin gewonnen – dabei macht man sich die Giftigkeit des Pilzes zunutze: Was für den Menschen ungesund ist, kann auch mikroskopisch kleine Krankheitserreger töten. Millionen von Menschenleben wurden in den letzten Jahrzehnten dadurch gerettet. So selbstverständlich ist die Behandlung einst tödlicher Krankheiten inzwischen, dass wir uns meist gar nicht klar machen, seit wie kurzer Zeit uns Antibiotika überhaupt erst zur Verfügung stehen, nämlich erst seit dem Zweiten Weltkrieg. Schon viel länger werden dagegen bestimmte Schimmelarten benutzt, um Lebensmittel zu veredeln, etwa bei manchen Käsesorten. Wie so oft liegen also Nutzen und Verderben ganz eng beieinander. |